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Township Tourismus

Laura’s Lifetime Mission

Kapstadt und das leuchtende Meer liegen nicht weit entfernt, doch Luxus und Komfort sind für die Menschen des Township Langa ein Fremdwort. In einem heruntergekommenen Hostal wohnen 18 Familien zur Miete. Jeweils drei Familien teilen sich ein circa 18qm kleines Zimmer, in dem die grüne Farbe von den Wänden blättert. Moderne Annehmlichkeiten wie Radio oder Fernsehen sucht man hier vergebens. Dennoch sind die Bewohner um Ordnung bemüht. Der Boden ist gefegt und die Kleidung hängt geordnet an einer provisorischen Kleiderstange.

Laura, die selbst in einem Township aufgewachsen ist, führt Touristen durch die sozial benachteiligten Viertel vor den Toren Kapstadts. Während sich die Teilnehmer betont unauffällig kleiden, ist Laura nicht zu übersehen. Sie trägt hohe Schuhe, ein sommerliches Kleid und ihren kahlrasiertem Kopf schmückt eine modische Sonnenbrille. Zwei grosse Ohrringe und ein glitzerndes Armband vervollständigen ihr Outfit.

Bevor es zum Gottesdienst in den Township Guguletu geht, steht noch ein Besuch in Mam Quatis Pub auf dem Programm. Vor der Tür qualmen die Müllhaufen und in der Kneipe wird selbstgebrautes Bier aus umfunktionierten 2-Liter-Blechbüchsen getrunken. Laura möchte mit diesen Besuchen Brücken bauen und Verständnis für die jeweils andere Seite wecken. Den Vorwurf, sich am Elend der Townshipbewohner zu bereichern, weist sie entspannt von sich. Mit dem eingenommenen Geld zahlt sie Stromrechnungen der Hostalbewohner, beteiligt sich an den Schulgebühren der Kinder und fördert gemeinsame Gärten zur Selbstversorgung. Somit will sie ihren Beitrag leisten, die Townships lebenswerter zu gestalten. Freimütig bekennt sie: „This is my lifetime mission“.

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