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Die documenta (13) in Kassel

Im Zentrum der modernen Kunst

Während im Eingangsbereich des Fridericianums ein kühler Wind durch die beinahe leeren Ausstellungsräume weht, versammeln sich im Obergeschoss die Fans von Lyon Foulkes. Fast unbemerkt schleicht ein alter Herr zu einem abenteuerlichen Musikinstrument, das wie eine Mischung aus Schalmei und Schlagzeug anmutet. Bedächtig setzt sich Foulkes an seinen Arbeitsplatz und überprüft sein Werkzeug. Die Bewegungen scheinen ihm schwer zu fallen und nach einer kurzen Ansprache geht es los. Schon nach wenigen Minuten reibt man sich verwundert die Augen. Das Musikabenteuer mit Tröten und Hupen scheint Foulkes zu verwandeln. Seine Bewegungen werden flüssig und über sein Gesicht huscht ein spitzbübisches Lächeln. Wer die Augen kurz schließt, dem bietet sich ein anderes Bild: hier sitzt ein Heranwachsender, dem die Freude am Leben und Experimentieren nicht verloren gegangen ist. Ob er der Star der dOCUMENTA (13) wird?

Vor fünf Jahren wurde Ai Weiwei einem breiten Publikum bekannt. Sein Werk Template stürzte im Sturm zusammen und gefiel dem Künstler fortan sogar noch besser. Zum jetzigen Zeitpunkt kann wohl niemand sagen, wer Ruhm und Ehre davontragen wird. Aber spekulieren wird ja noch erlaubt sein: Human wird wohl das bekannteste Lebewesen der dOCUMENTA (13) werden. Wobei es sich bei Human nicht um einen Künstler im engeren Sinne handelt. Vielmehr ist Human Teil eines Kunstwerks von Pierre Huyghe in der Karlsaue. Human ist ein Hund, der durch den Garten des Künstlers streift und alle Blicke auf sich zieht. Obwohl er mit seiner hageren Gestalt und seinem pinkfarbenen Bein eher an die Ära des Punk erinnert, so scheinen auch noch andere Qualitäten in ihm zu stecken. Manchmal macht er es sich auf einem Erdhügel am Garteneingang bequem. Dann erscheint er wie ein König, der den Kunstinteressierten aus aller Welt eine Audienz gewährt.

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